Ein Leuchten in der dunklen Nacht
Ich stehe an einem See. Es ist bitterkalt. Das Wasser ist mit einer glitzernden Decke überzogen. Die Sonne geht unter. Ein dünner orangefarbener Streifen als Rand der Welt. Ich kann nicht atmen.
Dunkelheit sickert ein, bis sie alles angefüllt hat. Zugedeckt, erstickt.
Es gibt keine Form, keine Weite, keine Gesellschaft. Nur Stille. Sinnraubend. Schmerzhaft.
Schwarz rinnt durch meine Finger, ich kann mein Herz nicht halten, es pocht so wild. Es will in tausend kleine Stücke springen.
Die Dunkelheit ist lückenlos. Wo ist das Licht? Die Wärme?
Warten.
Sieh das kleine Leuchten unter dem Eis. Winzig klein.
Sonnen- oder Mondfinsternis.
Krisen schütteln, beuteln uns. Reißen uns und unsere Träume auseinander. Verletzen äußerlich und innerlich. Unheilbar der Moment. Nie wird es anders sein. Nicht mehr tragen, ertragen können. Es
ist schon zu viel. Ist das ein Test?
Es ist ein mieser Test.
Du bekommst nicht mehr aufgebürdet als du tragen kannst.
Ich habe schon viele zerspringen sehen, irreparabel.
Für immer heißt das.
Du kannst nicht mehr. Es gibt keinen Trost. Im Moment.
Jeden Winter kann ich mich nicht mehr an den Frühling erinnern.
Wie roch er?
Aber er kommt. Er kommt immer wieder.
Ich bin dankbar. Voller Freude.
Im Sommer habe ich auch den Winter vergessen.
Das Rad dreht sich. Es ist ein Kreis. Ein Joch. Ein Feuerrad. Eine Sternschnuppe. Ein kalter Planet. Es ist Lachen, Weinen, Freude, Schmerz, Zorn, Verzweiflung. Mitten auf dem Rad balancieren der
Herr Tod und das Fräulein Leben. Hand in Hand.
Es gibt keine Linie, keinen geraden Weg, kein Anfang und kein Ende.
Doch hier gibt es eine Zeit. Kronos wacht über uns. Unsere Seelen spielen sehnsüchtig in anderen Dimensionen und Welten.
Sie schlagen Purzelbäume.
Wir bleiben verbunden. Sieh die Netze, sieh die feinen Linien, das Leuchten unter der Haut, die Leuchtzeichen, die Wirbel in der Luft, das feine Rauschen, hör zu. Öffne dein Herz ein kleines
bisschen. Weiter. Bis der weiße Vogel schlüpfen kann.
Wirf die Muscheln hoch in die Luft. Sieh wie sie auf die Erde fallen. Sieh dein Schicksal an. Nimm es. Behüte es, koste es aus. Kau von allen Seiten darauf herum. Hin und her. Schimpfe, hadere,
zweifle, gib dich dem Leben hin. Es gibt in jeder Dunkelheit ein Licht, verborgen oder deutlich. Da wo keines ist, darfst du leuchten. Und wenn du verloren bist, lass dich finden.
Liebe ist eine wunderbare Salbe, heilt sie jeden Wahn, jeden Schmerz. Versuche etwas zu finden, was liebenswert ist, ein Blatt, eine Blume, ein Insekt, der blaue Himmel, ein Kinderlachen, du
selbst.
Wir sind gut zu uns, zueinander. Wir fühlen miteinander. Wir verstehen. Das gibt Geborgenheit und Vertrauen, das wir dem Schmerz gewachsen sind. Das wir weiter leben und heilen können.
Die dunkelsten Momente, wie haben sie mich stärker gemacht oder verändert?
Sie drängten mich, mich zu entscheiden, mich zu entscheiden für oder gegen das Leben.
Das Leben endlich zu nehmen, wie es ist.
Es waren große Demutsübungen und auf jeden Fall brauchst du Humor.
Es gilt im Kleinen, wie im Großen, zieh dich in deine wundersame Höhle zurück, polstere dein Nestchen, lecke deine Wunden, bade, trinke einen heißen Tee, schaue einen schönen Film, höre deine
Lieblingsmusik, meditiere, gehe in den Wald.
All das dient dazu, zur Ruhe zu kommen, zur innerlichen Ruhe.
Denn der Schmerz hat uns innerlich aufgewühlt, aus unserer Bahn gestoßen, die Frequenz aus dem Takt gebracht.
Schmerz kommt nie von ungefähr. Nie umsonst.
Er ist der nachhaltigste Lehrmeister, der uns zeigt, wie wir mit emotionalen Erfahrungen umgehen können. Er befreit uns aus dem Opfersein.
Wenn der Schmerz groß genug ist, zerbrechen wir daran, ja sterben wir oder wir verändern uns.
Und nein, es geht nicht einfach in die wundersame Heilung und liebevolle Gnade.
Schmerz befähigt uns, mit anderen zu fühlen, sie zu verstehen.
Verlassen wir das Zentrum unseres Schmerzes und öffnen uns dem Schmerz der Welt, so sehen wir, dass dieser, umso vieles größer ist. Aber auch das wir nicht allein sind im Leiden. Wir spenden
einander Trost, wir halten uns. Wir können unsere Erfahrungen weitergeben und wir können von anderen lernen, wie sie es überstanden haben.
Wen ich mein Opfersein nicht transzendiere, wird mein Leid nicht aufhören zu existieren.
Es geht nicht um die äußeren Umstände.
Es geht darum sich zu entscheiden, ob man sich davon verschlingen lässt.
Es ist eine Entscheidung.
Wir geben unseren Willen ab und entscheiden. Wie geht das?
Hier geht es um Erfahrungen, nicht so sehr im Äußeren, im Inneren, hier geht es um das tiefe, tiefe ausloten von Gefühlen. Vom Echt sein.
Seltsam, wir ändern uns nicht und wachsen nicht, wenn wir glücklich sind, einfach so. Es ist die Erschütterung, das Unangenehme, in seiner Intensität, wie es uns die Luft raubt, uns lähmt, wie es
unser Herz zerreißt und wir um den Verstand gebracht, nicht begreifen können, warum, warum und warum passiert mir das??!
Genau darum geht es, die Antwort zu finden.
Und nein, du wirst nicht bestraft, ja, Karma dreht das Rad von Ursache und Wirkung. Und genau da kannst du es aufhalten, wenn du verstehst, dass das Warum nur dazu dient, dich wachsen zu lassen,
dich selbst zu erkennen und dich zu verbinden, bewusst, mit dir, deinem Herzen und dem anderer Menschen. Und letztlich führt dich dieser Pfad zur Quelle, zur Einzigen Quelle. Du bist nicht nur
aus ihr entsprungen, du kehrst zu ihr zu zurück, du bist ein Tropfen Wasser im unendlichen Meer, du bist das Meer.
Das lässt sich nicht begreifen, nicht als Lektion in einem Schulbuch erlernen, es lässt sich nicht verstehen über Grübeln und sezieren, ich fühle es auch nicht. Ich erfahre es.
Wenn ich bereit bin.
Also bleibt es immer so?
Der Schmerz wird milder. Später. Nicht jedes Drama muss bis zur letzten Neige getrunken werden.
Der Sinn lässt sich schneller entdecken. Die Übung einfacher verstehen.
Meine Bereitschaft ist nur einen klitzekleinen Millimeter entfernt statt Kilometer.
Schmerz wirft mich auf mich zurück, wo ich anhafte, wo ich zerre, wo ich mich sperre, wo ich im Kopf statt in meinem Herzen bin, wo ich mich verlassen habe, ausgesetzt, wo ich nicht respektvoll,
liebevoll und ehrlich war. Zu mir und anderen. Vor allem zu mir selbst.
Schmerz gehört zu unserem Leben dazu. Er ist unsere Achterbahn im Erlebnispark Leben. Wenn wir sie heil überstehen und uns die Lunge aus dem Hals geschrien haben vor Todesangst, dann war das ein
tolles Erlebnis. Nun ja, es war ein prägendes Erlebnis.
Ein Erlebnis, dass uns unsere individuelle persönliche Form verliehen hat, in uns, unsere verborgenen Diamanten freigeschürft hat, die uns nun zum Glitzern bringen, zum Strahlen.
Das Leiden gibt uns eine Form, eine einzigartige Form.
Ein Sinn liegt in der Befähigung darin, nun der Gemeinschaft dienen zu können, sich zu verbinden, denen beizustehen, die ähnliches erleben und erlebt haben.
Ein intensives Leben ist voller Gefühle, voller Herausforderungen und Erfahrungen, es ist nicht vorhersehbar, es ist überraschend, es ist unglaublich, es ist verrückt und es ist groß und
weit.
Willst du auf Nummer sicher gehen?
Schmerz ist das retardierende Moment im gespielten Drama unseres Lebens. Hier ist der Scheideweg zwischen Annahme und Abwehr, zwischen Verbitterung und Liebe, zwischen Gefangensein und Erlösung.
Bin ich bereit in das tiefe Zentrum, in das Herz des Schmerzes hineinzugehen und mich vollkommen von seiner Dunkelheit einhüllen zu lassen, um dann das Licht zu finden, dieses besondere Glühen
und Leuchten?
Vertraue ich dem Leben, meiner Bestimmung?
Hier geht es um alles.
Jede Krise ist eine Chance.
Wow. Es gab Zeiten in meinem Leben, da hätte ich gern ein paar Chancen weniger gehabt.
Es hat auch viel, viel Zeit gebraucht, um daraus zu lernen.
Anderseits war es auch ganz schön komprimiert, fast ne ganze Bibliothek voller Erfahrung wurde durch mich hindurchgejagt und ja, das gibt einem auch Sicherheit.
Die weichen verletzlichen Stellen, bekommen ein bisschen gesunde Hornhaut.
Das Herz hat kleine Testtentakeln bekommen, die Finger werden von der Herdplatte gezogen, bevor sie vollständig verschmort sind.
Ich bin nicht mehr, die letzte auf der Party.
Mut lässt sich immer wieder neu schöpfen und das Glas ist in Wahrheit immer halb voll, statt halb leer. Und ich bin stolz auf mich. Ein paar Eigenschaften waren sehr nützlich wie: Offenheit,
Kreativität, Lachen, Reflektieren können. Einige musste ich zäh entwickeln, wie Annahme, Vertrauen, Geduld.
Es gibt eine Handvoll praktischer Strategien, vor allem sei gut zu dir selbst, sei gut zu allen, sei ehrlich und bleib offen. Verschließe dich nicht.
Schnuppere immer weiter um dich herum, stöbere im vollen Katalog des Lebens. Entdecke, forsche, probiere aus.
Jedes Misslingen, Missglücken bringt mit dem unguten Gefühl auch immer ein Quentchen Weisheit, ein Stück Gewissheit.
Wag dich hinein in ein Abenteuer, folge deiner Lust, deiner Sehnsucht, in echt.
Versuche dabei liebevoll zu sein, mit dir und allem anderen.
Be gentle.
Sei wild und zärtlich.
Sei pur.
Nichts ist falsch, das Leben ist keine Strafe, sondern eine aufregende Reise voller Möglichkeiten.
Du kannst dein Gepäck erweitern oder einiges daraus fortwerfen, wie Ballast. Du kannst dich anfüllen, leeren, du kannst fühlen, lachen, weinen. Ja, Gefühle zu haben, bedeutet auch Schmerz zu
empfinden.
Das ist lebendig. Das ist menschlich. Aber Schmerz ist nicht das einzige Gefühl, dass wir empfinden können.
Und wie sagte die Rose zum kleinen Prinzen von Saint-Exupéry: „Ich werde wohl ein paar Raupen aushalten müssen, wenn ich die Schmetterlinge kennenlernen will.“
Verbiete dir nicht zu fühlen.
Herzlichst eure zonfeld
Genschlüssel 36
Siddhi: Mitgefühl
Gabe: Mitmenschlichkeit
Schatten: Aufgewühltheit
Programmierungspartner: 6. Genschlüssel
Physiologie: Solarplexus
Aminosäure: Prolin
Codon Ring:
Ring der Göttlichkeit (22, 36, 37, 63).
Human Design System
Tor 36
Das Tor der Krise - Berührbarkeit
Emotionalzentrum
Viertel: Initiation
Kontur: Kollektiv
Schaltkreis: Sinnfinden
Energiestrom: Manifestierend
Kanal: 35-36 Das Talent der Bewältigung der Vergangenheit
Drama, Baby, Drama!
Dieser Kanal kann überwältigend sein.
Der Kanal 36-35 verbindet den Solarplexus mit dem Kehlzentrum. Es geht um das Teilen, Manifestieren und Ausdrücken von Sexualität, Krisen, emotionaler Weisheit und Bewusstheit und unserer ganzen Bandbreite von menschlichen Erfahrungen und Menschlichkeit.
Achte deine Gefühle, lass dich jedoch nicht von ihnen fortschwemmen, die Welle geht rauf und sie geht auch wieder runter. Reflektiere deine Erfahrungen, teile sie auf deine Art. Sei eine lustvolle Krisenmanagerin, eine abenteuerhungrige und weise Amazone.
Sei ein empfindsamer Krieger, ein zärtlicher Lüstling.
Hier werden die leidenschaftlichen Geschichten geboren, voller Intensität, Lebenshunger und auch Schmerz.
I Ging
Hexagramm 36
Das Urteil
Die Verfinsterung des Lichts.
Fördernd ist es, in der Not beharrlich zu sein.
Das Bild
Das Licht ist in die Erde hineingesunken:
das Bild der Verfinsterung des Lichts.
So lebt der Edle mit der großen Menge:
er verhüllt seinen Schein und bleibt doch hell.
Der Lernweg durch die einzelnen Trigramme des Hexagramm 36 verläuft vom Feuer über das Wasser, zum Donner bis hin zur Erde.
Dieser Weg symbolisiert einen Prozess der Transformation: Das Feuer steht für Inspiration, Energie und Shen, die durch das Wasser – die Tiefe des Unterbewusstseins und Emotionen – hindurchgehen müssen. Der Donner bringt Bewegung, Veränderung, Handlung und oft auch Erschütterung mit sich, bevor schliesslich die Erde als Symbol der Manifestation, Weichheit, Weiblichkeit, Fruchtbarkeit, Offenheit, Harmonie und Vollendung erreicht wird.
Tarot
Acht Kelche
TRÄGHEIT
Die Wasser der Resignation
Entsagung, Verzicht, Schicksalsergebenheit.
Sinn und Bedeutungsfindung in der Tiefe der Abgeschiedenheit, Verinnerlichung.
Licht: Aufgabe der Kontrolle, Loslassen, Transformation.
Schatten: Depression, Suizid, Selbstmitleid.
"Energetisch befinden wir uns in der dunklen Nacht der Seele. Es gibt nicht das kleinste Anzeichen, das irgendwann wieder ein neuer Morgen dämmert.
Die Krise ist der wahre Hauptdarsteller dieser Karte, die auf völliges Scheitern ausgerichtet ist.
Erst aus diesem Mißlingen kann die Einsicht erwachsen, das persönliche Ego zurückzunehmen und sich in Heiterkeit des 'Geschehenlassen-Könnens' neu zu finden." Akron
Astrologie: Saturn in Fische
Fragen für dich:
Warum schmerzt die verlorene Liebe so?
Warum ist Abweisung so schmerzhaft?
Warum muss ich Lust und Verlangen reglementieren?
Hat Leiden immer einen Sinn?
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